MEDIZINISCHE ZENTRALBIBLIOTHEK

Spieltrieb und Disziplin

Spieltrieb und Disziplin — Neue Arbeiten von Heike Schmidt-Duderstedt

Schatzsuche-HSD-klDie Leipziger Grafikerin Heike Schmidt-Duderstedt stellt vom 23. Oktober bis 22. Dezember 2017 in der Medizinischen Zentralbibliothek ihre neuesten Arbeiten aus. Die Künstlerin, die sich seit Jahren mit der grafischen Technik Monotypie auseinandersetzt und zum Beispiel mit verschiedenen Materialien, der Abfolge von Arbeitsgängen oder der Kombination verschiedener Motive experimentiert, lässt in dieser Ausstellung Monotypie und Fotografie aufeinandertreffen. Die Arbeiten können während der Öffnungszeiten besichtigt und käuflich erworben werden.

Bildergalerie (5 Bilder)
 Heike Schmidt-Duderstedt beim Aufbau ihrer Ausstellung (Bild 1 von 5) » Vorwärts
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Es begann mit gesteuerten Zufällen

"Es begann mit gesteuerten Zufällen. Farbe wurde mit Lösungsmitteln auf einer ...Oberfläche verwirbelt und so auf Papier übertragen. Mononotypie darf man das nennen, auch wenn eigentlich kein Druck ausgeübt wird. Aber das auf Einmaligkeit, das nicht Wiederholbare in 'Mono' ist völlig zutreffend.

Moment mal, ganz der Anfang war das nicht. Heike Schmidt-Duderstedt hat nicht nur eine Berufsausbildung als Buchbinderin, sondern auch ein Hochschulstudium an der renommierten HGB Leipzig absolviert, Fachrichtung Grafikdesign. Doch die faktenlastige Arbeit für ein Forschungsinstitut schreit nach Ausgleich in Bereichen, die mehr Fantasie zulassen. So kam zunächst das Spiel mit den Farben hinzu. So schön es auch sein mag, sich an den Produkten zu erfreuen, ist es nicht dauerhaft befriedigend, das Ergebnis nicht ganz in der Kontrolle zu haben. So fing sie an, die Blätter zu zerschneiden und neu zusammenzusetzen. Geometrie trifft Wirbelsturm.

Eine zweite Leidenschaft ist die Fotografie. Hier überlässt sie nichts dem Zufall. Zumindest nicht bei der Wahl von Motiv und Ausschnitt. Eine gewisse Willkür der Naturgewalten etwa im Grand Canyon oder der Namib-Wüste liefert aber willkommene Vorlagen. Bei Reisen nach Nordamerika, europäische Randgebiete oder das südliche Afrika – überwiegend Gegenden, auf die das Attribut lieblich nicht gerade zutrifft – entstehen beeindruckende Bilder. Doch manchmal auch in der persönlichen Umgebung. Dann hilft der Computer, um Montagen, Überlagerungen und Verfremdungen zu realisieren, die vielfältige Interpretationen zulassen und zu gedanklichen Spaziergängen anregen.

Was ist der gemeinsame Nenner? Auf den ersten Blick scheint es ein tief verwurzeltes Bedürfnis nach Harmonie zu geben, häufig in einer ausgewogenen Symmetrie der Komposition ausgedrückt. Doch dann sieht man die Fotos einer Ruine in Namibia. Vom Winde verweht. Auf der Türschwelle wandert eine Mini-Düne.

Es ist offensichtlich der Kontrast, der die Arbeiten Heike Schmidt-Duderstedts kennzeichnet. Der Drang nach Ausgewogenheit braucht gelegentlich die harte Brechung, um überzeugend zu bleiben. Dank der verinnerlichten Disziplin kommt die Balance dann ohnehin wieder zustande. So darf die Schönheit hin und wieder harte Kanten haben, braucht sie sogar."  Dr. Jens Kassner, 2017

Szenen vom Aufbau der Ausstellung:

Heike Schmidt-Duderstedt
Heike-Schmidt-Duderstedt

Die Grafikerin wude 1960 in Leipzig geboren.
Sie absolvierte bis 1979 eine Lehre als Buchbinderin an der Deutschen Bücherei Leipzig und studierte von 1980 - 1985 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.
Gegenwärtig ist sie als Grafik-Designerin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig tätig. Daneben präsentiert sie regelmäßig ihre Arbeiten in Ausstellungen und betreibt die künstlerische Webseite: www.red-elephant-blue.de 
Heike Schmidt-Duderstedt ist Mitglied im Bund Bildender Künstler Leipzig e. V.

 

Bildnachweise
oben: Schatzsuche von Heike Schmidt-Duderstedt
unten: Heike Schmidt-Duderstedt, Foto: Christiane Eisler
Fotos Galerie: MZB

 

 

Letzte Änderung: 03.06.2019 - Ansprechpartner:

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