MEDIZINISCHE ZENTRALBIBLIOTHEK

Zeichne, was Du siehst

Zeichne, was Du siehst - Kinderzeichnungen aus Theresienstadt, von Helga Weissová-Hošková 

Weissova_Ankunft-in-Theresienstadt

70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Zerschlagung des Nationalsozialismus präsentiert die Medizinische Zentralbibliothek Kinderzeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt. Die tschechische Künstlerin Helga Weissová-Hošková, die drei Jahre in diesem Lager inhaftiert war, hielt ihre Erlebnisse in Zeichnungen und Tagebuchskizzen fest und veröffentlichte sie später. In der Ausstellung „Zeichne, was Du siehst“ lässt sie den Betrachter an ihren Erlebnissen teilhaben.

 

Das Ghetto Theresienstadt

Das Leben im Lager „Theresienstadt“ in der Zeit des Nationalsozialismus wird auch heute noch gern verharmlost und verklärt dargestellt. Das Naziregime stellte Theresienstadt als „Alters-Ghetto“, als Stadt, die „der Führer den Juden schenke“, dar. Eine Stadt, in der sich die Einwohner frei bewegen konnten, in der es vielfältige kulturelle Darbietungen gab, in der gesungen und gezeichnet wurde.

In der Realität war Theresienstadt ein Durchgangslager für Transporte in die Vernichtungslager im Osten. Tausende starben in diesem Lager, Zehntausende kehrten von den Transporten nicht zurück. Aber auch unter den teilweise unmenschlichen Lebensbedingungen organisierten sich inhaftierte jüdische Künstler, bildeten kleine Ensembles, führten Stücke auf und schufen neue Kunstwerke. Nicht viel davon konnte gerettet werden.
Details zum Ghetto Theresienstadt

 

Helga Weissová-Hošková

Die Zeichnungen von Helga Weissová wurden vor der Vernichtung bewahrt und sie sind heute für die Betrachter Zeugnisse der Gräueltaten und der Not im Ghetto, aber auch des Überlebenswillens der Menschen. Zugleich spiegeln sie die Entwicklung des 12jährigen Mädchens wider, dessen Kindheit unter dem Druck der Erlebnisse viel zu früh endete.

Helga Weissová-Hošková studierte nach dem Krieg an der Akademie für Kunst- und Kunsthandwerk in Prag und ist heute eine international anerkannte Künstlerin. Die Erlebnisse im Ghetto prägen bis in die Gegenwart ihr künstlerisches Schaffen.
Details zu den Bildern
Lebenslauf von Helga Weissová-Hošková

 

Die Ausstellung

1998 veröffentlichte der Niedersächsische Verein zur Förderung von Theresienstadt/Terezín e. V. die Kinderzeichnungen von Helga Weissová-Hošková in Buchform und als Ausstellung unter dem Titel: „Zeichne, was Du siehst“. Die Ausstellung war u. a. in Berlin, Bonn, Göttingen, Liberec/Tschechische Republik und 2001 im Magdeburger Landtag zu sehen.

Das Dokumentationszentrum des Bürgerkomitees Magdeburg erwarb Kopien der Arbeiten und stellt diese als Wanderausstellung zur Verfügung, die Sie nun in der Medizinischen Zentralbibliothek besichtigen können.

2013 waren in der MZB bereits drei Ausstellungen aus dem Dokumentationszentrum am Moritzplatz zu sehen:
- "Vergessenes Magdeburg" - Fotografien von Jutta Rödling
- "Die Grenzöffnung und ihre Folgen"
- "LAGE[bericht] '89"
Wir bedanken uns für die sehr gute Zusammenarbeit!

 Vitrinenfoto

 

Letzte Änderung: 03.06.2019 - Ansprechpartner:

Sie können eine Nachricht versenden an: Webmaster
Sicherheitsabfrage:
Captcha
 
Lösung: